





Sichtlinien bewegt sich auf der Linie zwischen Bekanntem und Unbekanntem, zwischen dem Unbekannten im Bekannten und dem Bekanntem im Unbekannten in Anlehnung an die Körper-räumliche Struktur unseres Seins, die das Zeigen und Verbergen Ursprungs- stiftend miteinander vereint. Die Arbeit nimmt Bezug auf die Phänomenologie der Leiblichkeit und der Horizontstruktur von M. Merleau-Ponty, Henry Bergson, Eva Schürmann, H.P. Dürr, J.P. Sartre u.a.
Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sind ummittelbar miteinander verbunden. Jeder Blick schließt einen Teil unserer Umgebung ein und einen anderen aus, je nachdem, wohin die Aufmerksamkeit fällt. Von wo aus man guckt, ist entscheidend für das, was sichtbar wird, z.B. sieht mein Zimmer anders aus, wenn ich darin stehe, sitze oder auf dem Boden liege.
Stellen wir uns vor einen Spiegel, wird es zu einer Frage der Aufmerksamkeit, ob wir uns selbst ansehen, oder das, was sich hinter uns ereignet, es geht beides, aber nicht gleichzeitig, nur nacheinander.
Ähnlich verhält es sich, wenn wir in eine Landschaft schauen und ein Detail näher ins Auge fassen, dann verliert dabei der Hintergrund an Deutlichkeit. Wir haben die Wahl zwischen einem Fokus und einem Gesamteindruck von der Umgebung, aber je nachdem, ob das Detail oder der Kontext ins Visier meines Interesses fällt, verliert der jeweils ande Aspekt an Sichtbarkeit.